Was wäre, wenn das eigentliche Problem nicht die Stärke des Franken wäre ... sondern die Angst davor, ihn anzunehmen?
Jedes Mal, wenn der Euro ins Wanken gerät, setzt sich derselbe Mechanismus wieder in Gang: Intervention, implizite Drohung, Druck auf die Landeswährung. Hinter dem technokratischen Vokabular verbirgt sich eine einfache Realität - man ist wieder einmal dabei, die Schweizer Ersparnisse zu bestrafen, um die Schwächen der anderen zu korrigieren.
Aus diesem Grund gefährdet diese Logik unsere Währungssouveränität.
Was wäre, wenn das eigentliche Problem nicht die Stärke des Franken wäre ... sondern die Angst davor, ihn anzunehmen?
Jedes Mal, wenn der Euro ins Wanken gerät, setzt sich derselbe Mechanismus wieder in Gang: Intervention, implizite Drohung, Druck auf die Landeswährung. Hinter dem technokratischen Vokabular verbirgt sich eine einfache Realität - man ist wieder einmal dabei, die Schweizer Ersparnisse zu bestrafen, um die Schwächen der anderen zu korrigieren.
Aus diesem Grund gefährdet diese Logik unsere Währungssouveränität.
Der starke Franken ist kein Problem. Er ist ein Signal.
Wenn der Euro knapp an 0,90 CHF vorbeischrammt, ist das keine Anomalie.
Es ist der Markt, der spricht.
Es ist das Vertrauen in die Stabilität der Schweiz.
Es ist die Flucht vor der monetären Instabilität Europas.
Es ist die Suche nach einem sicheren Hafen vor den geopolitischen Spannungen.
Dieses Vertrauen zu bestrafen kommt einer Bestrafung der Disziplin gleich.
«Übermäßige Wertschätzung»: ein bequemes Argument
Die Formel ist mittlerweile eingespielt:
einer raschen und übermäßigen Aufwertung des Franken sollte «entgegengewirkt» werden, um die Preisstabilität zu wahren.
Aber schauen wir uns die Fakten an.
Ein starker Franken senkt die Preise für Importe: Energie, Rohstoffe, Konsumgüter.
Er wirkt wie ein natürlicher Puffer gegen die weltweite Inflation.
Wo liegt also die Gefahr?
Wenn die SNB von einer Gefahr für die Preisstabilität spricht, meint sie nicht eine galoppierende Inflation.
Sie spricht in Wirklichkeit von einer Inflation, die als ... unzureichend angesehen wird.
Anders formuliert:
die Schweizer Währung zu stabil wäre.
In der österreichischen Logik, diese Argumentation ist zutiefst irreführend.
Für Friedrich Hayek bedeutet Stabilität nicht, ein allgemeines Preisniveau künstlich aufrechtzuerhalten, sondern die Marktsignale die wirtschaftliche Realität widerspiegeln zu lassen.
Preise, die dank einer starken Währung sinken, sind keine Bedrohung. Sie sind ein Gewinn an Kaufkraft.
Diese Dynamik als «exzessiv» zu bezeichnen, kommt einer Pathologisierung der Tugend gleich.
Es ist nicht der Franken, der die Preisstabilität gefährdet.
Es sind die wiederholten Interventionen, die Ungleichgewichte schaffen - künstliche Ausweitung der Bilanz, Verzerrungen bei den Vermögenswerten, Abhängigkeit von ausländischen Märkten.
Die Wahrheit ist einfacher:
ein starker Franken legt die Schwächen schwacher Währungen offen.
Und das stört.
Negativzinsen: die unsichtbare Steuer
Zwischen 2015 und 2022 verhängte die SNB einen Leitzins von -0,75 %.
Konsequenzen :
- Massive Erosion der Sparerträge
- Explosion der Immobilienpreise
- Verzerrungen bei Pensionsfonds
- Künstliche Überbewertung von Finanzanlagen
Die SNB hat bis zu fast 1 Billion CHF Bilanzsumme angehäuft, davon Hunderte Milliarden in ausländischen Wertpapieren.
Auch heute noch beträgt das Engagement in US-Vermögenswerten über 360 Mrd. CHF.
Dies bedeutet :
⮕ Abhängigkeit von ausländischen Geldzyklen
⮕ Geopolitische Verwundbarkeit
⮕ Sozialisierung von potenziellen Verlusten
Die Österreichische Schule erklärte es vor einem Jahrhundert
Für Ludwig von Mises ist die Manipulation der Zinssätze die Wurzel der künstlichen Zyklen.
Für Friedrich Hayek zerstört die künstliche Aufrechterhaltung niedriger Zinsen die gesunde Struktur des Kapitals.
Ein Zinssatz ist kein politischer Knopf.
Das ist ein Preis.
Der Preis der Zeit.
Wenn man ihn fälscht, fälscht man die gesamte Wirtschaft.
Ferdinand Lips hatte gewarnt
Ferdinand Lips erinnerte daran, dass die monetäre Solidität das Herzstück der Souveränität ist.
Die eigene Währung zu schwächen, um die Währung anderer zu stützen, bedeutet, die eigene Unabhängigkeit zu verwässern.
Der starke Franken ist eine Belohnung für die Schweizer Haushaltsdisziplin.
Ihn zu bekämpfen bedeutet, unser Modell zu verleugnen.
Die 90 Cent verteidigen?
Man hört bereits von einer «tödlichen» Schwelle.
Aber fatal für wen?
Für die nicht angepasste Industrie?
Für Exportstrategien, die von schwachen Währungen abhängig sind?
Oder für eine interventionistische Konzeption, die das Signal des Marktes ablehnt?
Die Eidgenossenschaft ist noch nie durch die Manipulation ihrer Währung gediehen.
Sie gedieh durch Stabilität, Neutralität und Rechenschaftspflicht.
Schlussfolgerung
Die Stärke des Frankens stellt keine Gefahr dar.
Dies ist ein weltweites Votum für die Schweiz.
Sparguthaben zu besteuern, die Devisenmärkte zu manipulieren und eine gigantische Bilanz aufzublähen, um die eigene Währung zu schwächen, ist keine Strategie der Souveränität.
Das ist ein Eingeständnis von Schwäche.
Wenn die Schweiz unabhängig bleiben will, muss sie aufhören, sich dafür zu entschuldigen, dass sie stabil ist.