Die Banken verstaatlichen? Nein. Die Debatte über die Währung muss verstaatlicht werden.

Nach der Credit Suisse wollen einige nun, dass die Eidgenossenschaft im Krisenfall Banken verstaatlichen kann. Eine verlockende Idee - aber zutiefst irreführend. Denn das Problem ist nicht das Eigentum der Banken - es ist das Geldsystem selbst: Geldschöpfung durch Kredite, fraktionelle Reserven und Immobilienblasen, die durch einen manipulierten Franken genährt werden. Bevor man die Verluste sozialisiert, wäre es an der Zeit, sich die wahre Ursache der Unordnung anzusehen.

Von Ludovic Malot

Nach dem Debakel der Credit Suisse wollen einige Parlamentarier die Möglichkeit einführen, die eine Bank vorübergehend verstaatlichen um «das System zu retten». Der Ständerat hat nun zugestimmt, diese Idee, die von Beat Rieder vorgebracht wurde, zu prüfen.

Auf den ersten Blick erscheint der Vorschlag pragmatisch: Wenn eine Bank zu kollabieren droht, greift der Staat ein.

Doch dieser Ansatz behandelt die Symptome und ignoriert die Krankheit vollständig.

Denn das grundlegende Problem ist nicht das Eigentum der Banken.

Das Problem ist das Geldsystem selbst.

Das Schweizer Tabu: Private Geldschöpfung

Heute sind mehr als 90% des umlaufenden Geldes wird nicht von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geschöpft.

Sie wird erstellt von den Geschäftsbanken über Kredite, Durch das System der fraktionelle Reserven.

Anders formuliert:

Wenn eine Bank einen Immobilienkredit in Höhe von 1 Million Franken vergibt, wird dieses Geld vorher nicht existierte.

Sie wird ex nihilo im Bankensystem geschaffen.

Dieser Mechanismus bewirkt mechanisch :

- ständige Ausweitung des Kredits

- Finanzblasen

- Explosion der Immobilienpreise

- Konzentration des Bankrisikos

Was passiert, wenn die Blase zu platzen droht?

Plötzlich ist die Rede von Verluste verstaatlichen.

Schweizer Immobilien: Symptom einer unkontrollierten Geldschöpfung

Seit 2000 :

⮕ die Preise für Wohnimmobilien in der Schweiz haben mehr als verdoppelt

⮕ die Hypothekarverschuldung übersteigt 1,1 Billionen Franken

⮕ die Schweiz hält einen der höchste private Verschuldungsraten der Welt

Warum?

Weil die Geldschöpfung hauptsächlich auf Immobilien gerichtet ist.

Banken verleihen gegen Sicherheiten.

Und Immobilien sind das ideale Kollateral.

Ergebnis :

⮕ Vermögensinflation

⮕ Bereicherung von Vermögensbesitzern

⮕ schrittweiser Ausschluss der jüngeren Generationen vom Immobilienmarkt

Der Schweizer Franken ist kein stabiler Anker mehr

Ein weiteres Tabu ist die Politik der SNB.

Die Nationalbank besitzt heute über 800 Milliarden Franken an Vermögenswerten, davon ein großer Teil in ausländische Aktien und Anleihen, insbesondere aus den USA.

Jahrelang hat die SNB :

- Hunderte von Milliarden Franken geschaffen

- um ausländische Vermögenswerte zu kaufen

- um den Franken zu schwächen

Diese Politik hat die Geldmenge und Vermögensblasen aufgebläht haben, Der Staat kann sich nicht auf die Finanzmärkte verlassen, während er das nationale Vermögen den globalen Finanzmärkten aussetzt.

Eine Bank zu verstaatlichen ist keine Lösung

Selbst wenn der Staat vorübergehend Eigentümer einer Bank werden würde, bliebe das System gleich:

- private Geldschöpfung

- extremer Bankhebel

- endgültige Sozialisierung von Verlusten

Die Verstaatlichung wird dann einfach die ultimative Versicherung des Bankensystems.

Privatisierung der Gewinne.

Kollektivierung von Risiken.

Die wahre Debatte, die die Schweiz nicht führen will

Wenn wir echte finanzielle Stabilität wollen, liegen die Fragen anderswo:

- sollte die Geldschöpfung der Banken begrenzt werden?

- müssen die fraktionellen Reserven reformiert werden?

- muss die SNB auf greifbare und strategische Vermögenswerte umgeschichtet werden?

- muss die Abhängigkeit des Finanzsystems von Immobilien verringert werden?

Solange diese Themen tabu bleiben, wird jede Bankenkrise zum gleichen Szenario führen:

Panik, Rettung, Sozialisierung von Verlusten.

Schlussfolgerung

Eine Bank in der Krise zu verstaatlichen, bedeutet einen Verband bei einer systemischen Fraktur anlegen.

Die eigentliche Frage ist viel beunruhigender:

Wer kontrolliert die Geldschöpfung in der Schweiz?

Solange diese Macht hauptsächlich in den Händen des privaten Bankensystems liegt, wird es immer wieder zu Finanzkrisen kommen - und die Steuerzahler werden immer wieder zur Kasse gebeten.

Es ist an der Zeit, die Währungsdebatte wieder zu eröffnen.

Für die Stabilität des Landes.

Für Gerechtigkeit zwischen den Generationen.

Und für die wirtschaftliche Souveränität der Schweiz.